|
Verschiedene Speisen der chinesischen Küche sind neben Zutaten, wie Tofu und Sojasauce, inzwischen internationaler Standard geworden und manche, wie Frühlingsrollen, Dim Sum, süß-saueres Schweinefleisch, Chop Suey international schon so bekannt wie die Pizza.
Was die Schreibweise der chinesischen Benennungen für die auch außerhalb Chinas erhältlichen Zutaten, Speisen oder Getränke betrifft, ist zu bemerken, dass im Umlauf sehr unterschiedliche, meist dem Englischen oder Amerikanischen angepasste Schreibvarianten für ein und dasselbe Produkt anzutreffen sind, die dementsprechend auch (d.h. englisch) gelesen und ausgesprochen werden. Nur sehr wenige, wie z.B. Tofu oder Litschi, sind als Fremdwörter im Deutschen verzeichnet und haben somit eine festgelegte deutsche Schreibweise.
Frühlingsrollen stammen aus der südchinesischen Küche und werden aus dünnen Reisteigblättern mit einer Vielzahl unterschiedlicher Füllungen zubereitet, meist Soja- oder Mungobohnenkeime, fein geschnittene Gemüse wie Weißkohl, Möhren, Zwiebeln, Pilze, etwas Fleisch sowie verschiedene Gewürze und Sojasauce, und im Wok frittiert.
Frühlingsrollen sind traditionelles Essen zum chinesischen Neujahrsfest (Qing Ming), dem wichtigsten Festtag des Jahres, an dem auch der Beginn des Frühlings gefeiert und der Toten gedacht wird. Sie symbolisieren Seidenraupen, die zu dieser Zeit schlüpfen, denen sie in ihrer Form nachgeahmt sind. Dieses Fest wird nach dem Mondkalender gefeiert und beginnt am Tag des ersten Neumondes im neuen Jahr, dauert gut zwei Wochen und endet am 15. des ersten Mondmonats mit dem Laternenfest.
Frühlingsrollen sind auch als Fertiggericht erhältlich und müssen nur noch frittiert werden. Dazu können verschiedene Saucen gereicht werden.
Dim Sum ist ein sehr allgemeiner Begriff für kleine Happen (übersetzt "Herzwärmer"), die aus der kantonesischen Küche Chinas stammen. Es sind tatsächlich feine Leckerbissen mit langer chinesischer Tradition, die nicht nur den Gaumen, sondern auch das Herz erfreuen.
Dim Sum gibt es in einer fast unübersichtlichen Vielfalt, denn jede Region hat ihre eigenen traditionellen Rezepte, und es kommen ständig neue Kreationen hinzu.
Dim Sum werden in Teehäusern, auf Märkten, auf der Straße und in Restaurants angeboten und sind zu jeder Tageszeit angebracht. Es handelt sich dabei um kleine Gerichte, meist Teigtaschen, Röllchen, Bällchen, Klößchen oder Knödel, in denen sich delikat komponierte würzige Füllungen von gehacktem Gemüse, Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten, oder auch süße Füllungen verbergen. Sie werden im Bambuskörbchen gedämpft oder in heißem Fett frittiert und in kleinen Bambuskörbchen aufgetischt. Zum Verfeinern würziger Dim Sum werden verschiedene, auch scharfe Saucen, bereitgestellt.
Zu Dim Sum trinkt man traditionell Tee (bevorzugt Jasmintee).
Dim Sum sind auch als Fertiggericht in vielen Variationen (mit vegetarischen Füllungen, mit Fleisch oder Meeresfrüchten gefüllt sowie mit süßen Füllungen), unter verschiedentlichen Benennungen erhältlich, und müssen nur noch gedämpft oder frittiert werden.
Gyoza (auch Jiaozi/ Chiao-tzu) gehören auch in die Kategorie der Dim Sum, sind einer Maultasche ähnlich, meist mit vegetarischen Füllungen.
Hun Tun (Hun Tung), auch als Wan Tan (Wan Tang) oder Wonton bekannt, sind ebenfalls Teigtäschchen der chinesischen Küche, die den italienischen Ravioli ähneln.
Hun Tun werden aus dünnem Reisteig (Wan-Tan-Teig ist als Fertigprodukt erhältlich) hergestellt und enthalten zumeist eine Fleischfüllung.
Hun Tun werden meist einer Suppe beigegeben, wie Hun Tun in der Suppe, und darin gekocht.
Hun Tun, im Dampfbad gegart oder in heißem Öl gebacken, werden auch im Körbchen wie Dim Sum serviert, begleitet mit einem Dip aus süß-saurer Sauce.
Dan Bing ist ein dünner doppelschichtiger Fladen oder Pfannkuchen, von etwa 12 cm im Durchmesser.
Dan Bings, zu einem Dreieck gefaltet, werden gewöhnlich zu Hackfleisch von Tauben oder klein geschnittenem Enten-, Hähnchen- oder Schweinebraten gereicht. Sie können im Vorhinein zubereitet und eingefroren werden (auch als Tiefkühlware erhältlich) und zur gegebenen Zeit im Dämpfer aufgewärmt und erst dann gefaltet werden.
Statt Dan Bings können klein geschnittene Speisen auch in anderen Hüllen, wie Frühlingsrollenhüllen, Wan-Tan-Hüllen, Salatblättern oder in aufgeschnittenen würzigen Brötchen (Mandarin Bun, Sesambrötchen) verspeist werden.
Chinesische Hauptgerichte
Die meisten werden von Geflügel - meist Hähnchen oder Ente - zubereitet.
Schweinefleisch und Rindfleisch spielen ebenfalls eine große Rolle.
Süß-saueres Schweinefleisch ist einfach zuzubereiten und ist ein gutes Beispiel, wie ganz anders unser so alltägliches Schweinefleisch schmecken kann, wenn es in eine Kombination mit Zutaten wie Ananas und grünen Paprika, Sesamöl und Tomatenketchup, Zucker und Essig gestellt wird.
Lammfleisch und Hammelfleisch hingegen kamen erst später hinzu und spielen nur bei der Bevölkerung islamischer Religion die wichtigste Rolle.
Auch Fisch und Meeresfrüchte werden in der chinesischen Küche sehr geschätzt und zu wahren Delikatessen verarbeitet.
Gemüse ist in allen Speisen als vitaminreiche Zutat enthalten, wird aber nicht nur als nahrhafte Ergänzung sondern auch farblich passend zu den anderen Zutaten gewählt oder auch zum Zubereiten von leckeren und farbenfrohen vegetarischen Gerichten (Gemüsekaleidoskop, Bunter Gemüseteller) verwendet.
Anregungen diese uns so bekannten Nahrungsmittel chinesisch zu kochen, finden Sie in unseren Rezepten, die meisten begleitet von einem aufschlussreichen Bild zum Anrichten der Speisen. Am interessantesten sind natürlich die Speisen unter der Rubrik: Chinesische Spezialitäten.
Chop Suey ist ursprünglich kein chinesisches Gericht, aber als solches überall anerkannt. Die Legende besagt, dass es zum ersten Mal dem General Lee Hon Chung in Japan aufgetischt wurde. Da es schon sehr spät am Abend war, um noch ein richtiges Abendessen vorzubereiten, nahm der Küchenchef einfach alles Übriggebliebene und kreierte daraus eine pfannegerührte Komposition. Dieses neue Gericht schmeckte dem General so gut, dass es eines seiner Leibgerichte wurde und weiterhin nach ihm benannt wurde, sodass der richtige Name dieses kantonesischen Gerichtes eigentlich "Lee Gone Chop Suey" sei. Andere sind der Meinung es sei ein der chinesischen Küche nachempfundenes, aber in Amerika kreiertes Gericht.
Suppen werden meist zum Abschluss einer Mahlzeit gereicht, in der Auffassung, dass damit der Magen zur Gänze gefüllt wird, das heißt jeder sich satt und zufrieden vom Tisch erhebt. Diese Tradition kann aber auch auf Grund der Tatsache entstanden sein, dass die meisten Hauptgerichte sehr würzig und auch die Saucen sehr konsistent sind, daher dass Bedürfnis am Ende der Mahlzeit die der Verdauung nötige Flüssigkeit zuzuführen, denn chinesische Suppen sind, mit wenigen Ausnahmen, leichte, fast erfrischende Speisen.
Chinesische Desserts, wie der berühmte Reis-Pudding aus 8 Kostbarkeiten, verschiedene süße Pfannkuchen oder andere Süßspeisen, sind nicht gerade Desserts im herkömmlichen Sinne, denn sie werden inmitten der Hauptgerichte auf den Tisch gestellt, können aber nach Belieben auch als Dessert serviert werden.
Dim Sum, Frühlingsrollen oder andere würzige Snacks und kleine chinesische Süßspeisen, in Bambuskörbchen als chinesisches Büfett angerichtet, können bei vielen Gelegenheiten (z.B. Teenachmittag, Spielabend) eine nette Überraschung für Freunde sein. Dazu wird natürlich chinesischer Tee serviert oder es werden andere dazu passende chinesische Getränke verkostet.
|